Büschen Meschugge – Salonabend
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Büschen Meschugge –
Salonabend „Auferstehen heute“

In Kooperation mit Komponist & Oud-Spieler Shaul Bustan und TONALi entsteht ein Abend zwischen Club, Wohnzimmer und Denkraum: jazzig angehauchte Kammermusik mit jüdischem Bezug, kurze Lesungen und Dialoge – zum hautnah erleben, mit viel Raum für persönliche Begegnung.

Unter dem Titel „Auferstehen heute“ übersetzen wir das Auferstehungsmotiv, inspiriert von Gustav Mahlers „Auferstehungssymphonie“, und dem jüdischen Konzept des Tikkun Olam (“Reparatur der Welt”) in unsere Gegenwart. Zwischen Ritualen, Alltag und Selbstermächtigung fragen wir: Wie finden wir nach Krisen, Brüchen, Spaltung oder Entwurzelung wieder zu uns? Wie gelingt Identität in einer rauen Welt im Wandel? Wie können Haltung, Kultur und gesellschaftliches Engagement zur Reparatur einer Welt beitragen? Wie können wir voneinander lernen? In Gesprächen, kurzen Impulsen und lebendigen Dialogformaten mit Gästen aus Philosophie, Kunst und Zivilgesellschaft entsteht ein dramaturgischer Bogen des alltäglichen Auferstehens.

Zeitzeuge: Manfred Eisner

Manfred Eisner wird 1935 in München in eine deutsche jüdische Familie geboren. Er wächst wohlbehütet auf und bekommt als Kleinkind wenig mit vom Verfolgungsapparat des NS-Regimes. Im Alter von fast fünf Jahren, als sein Vater, der Kapellmeister und Komponist Erich (Erck) Eisner, nach geglücktem Entkommen aus dem Konzentrationslager Dachau bereits in England weilt, unternimmt seine Mutter auch mit ihm einen Fluchtversuch, der durch den jähen Ausbruch des Zweiten Weltkrieges scheitert. Nach einer dramatischen Odyssee findet die Familie wieder in La Paz, Bolivien, zusammen. Zum Dank widmet Erich Eisner seinem Zufluchtsland den Lobgesang „Cantata Bolivia“.

Manfred Eisner kehrte 1957 mit seiner Mutter nach Deutschland zurück und lebt heute in Brokdorf. Sein Engagement als Überlebender der Shoa, Buchautor („Verhasst-geliebtes Deutschland: Chronik einer deutschen jüdischen Familie“, Hentrich und Hentrich Verlag) und geistreicher Vortragsredner schafft eine authentische Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Häufig warmherzige Erinnerungen treffen auf emotionale Zerrissenheit und Misstrauen. Und führen zu einer bewegenden Botschaft: Manfred Eisner lebt heute gern in Deutschland und ist „froh, ein Deutscher zu sein“. Er will dieses Gefühl von Heimat, das er sich erst mühselig wieder erarbeiten musste, „keinesfalls erneut jenen überlassen, die ihn und seinesgleichen verachten oder verfolgen“.

Artist Focus: Shaul Bustan

Shaul Bustan ist ein israelischer Komponist und Dirigent. Bustan wuchs als Sohn einer persischen Mutter und eines osteuropäischen Vaters auf. Sein Studium der Komposition an der Jerusalem Academy of Music and Dance unter anderem bei Chaim Permont und Aharon Harlap schloss er 2009 mit dem Master ab.

Bustan hat als Komponist, Dirigent und Musiker mit Künstlern, Ensembles und Orchestern in Israel, Deutschland, Österreich, den Niederlanden und den USA zusammengearbeitet, unter anderem mit dem Israel Philharmonic Orchestra, der Los Angeles Jewish Symphony, Koninklijke Harmoniekapel Delft, dem Tiroler Ensemble für neue Musik und dem Klezmer-Maestro Giora Feidman.

Er komponierte über 300 Musikstücke. Einen Schwerpunkt bilden Kompositionen für die Kurzhalslaute Oud. Bustan lebt seit 2011 in Deutschland, leitet verschiedene Theaterprojekte und Chöre und tritt mit seinem Trio regelmäßig in ganz Deutschland auf.

Moderation: Dr. Jörg Bernardy

Dr. Jörg Bernardy lebt als freier Autor („Philosophische Gedankensprünge – Denk selbst!“, „Mann Frau Mensch – Was macht mich aus?“, Beltz & Gelberg) in Hamburg. Er hat in Köln, Paris und Düsseldorf Philosophie und Literaturwissenschaften studiert und anschließend an der Universität Hildesheim in Philosophie promoviert.

Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, wo er mit Autoren und Professoren wie Peter Sloterdijk und Wolfgang Ullrich zusammenarbeitete. Zuletzt war er mehrere Jahre für DIE ZEIT tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Philosophie der Medien, Kultur, Gesellschaft und Ästhetik.

Bei The School of Life Berlin ist er maßgeblich für die deutschlandweite Umsetzung und Weiterentwicklung der öffentlichen Programme und Inhalte verantwortlich. Er interessiert sich für die Verbindung von Theorie und Praxis sowie die vielfältigen Erfahrungsmöglichkeiten, die philosophischen Ideen zugrunde liegen. Im Herbst 2024 erscheinen seine illustrierten Sachbücher „Was kommt hinter dem Universum?“ (Beltz & Gelberg) und „Über die Kraft der Einfachheit in turbulenten Zeiten – 22 philosophische Einsichten“ (Gräfe und Unzer).

Spotlight 

    Jazzig angehauchte Kammermusik mit Streichquintett, Saxophon & Drums, mit jüdischen Motiven und Anklängen an Mahler
    Eröffnungsimpuls „Auferstehen heute” – ein philosophisch-theologischer Kurzvortrag mit 
    Dr. Jörg Bernardy, Philosoph, Autor ‘Die Kraft der Einfachheit in turbulenten Zeiten’ und Trainer bei der School of Life Berlin.
    Generationendialog „Auf(er)stehen im Alltag“: Manfred Eisner (90), Holocaust-Überlebender, und Schüler:innen des Helene-Lange-Gymnasiums Hamburg, moderiert von Dr. Jörg Bernardy
    Offener Lounge-Ausklang mit soften DJ-Sets, Loungen an der Bar und schöne Begegnungen mit den Mitwirkenden

Programm

18:30 – Einlass
Baröffnung, Ankommen im Raum

19:30 – Begrüßung & Einführung
Kurz-Statement TONALi, Einführung in Thema und Reihe von Emu Meshvinski 

19:45 – Musikalischer Auftakt
Erstes Set Ensemble, Shaul Bustan “Quiet Fields”

20:00 – Impuls „Auferstehen heute“
Dr. Jörg Bernardy, philosophisch-theologischer Kurzvortrag

20:10 – Gesprächsrunde I
Moderierter Generationendialog mit Manfred Eisner und Schüler:innen

20:35 – Musikalisches Intermezzo
Zweites Set Ensemble, Übergang in jazzigere Klangwelten

20:45 – Dialog im Raum
Diskussion und Resonanzen mit Einbindung des Publikums

21:15 – Musikalischer Abschluss
Drittes Set Ensemble – Schlusspunkt, Shaul Bustan “Spring on the Beach”

21:30 – Danksagung
Emu Meshvinski

ca. 21:35-22:00 – Offener Ausklang
Freie Gespräche, Austausch mit Künstler:innen, Netzwerken

 

Veranstalter

JCO Hamburg

Kontakt:

meshvinski@jco-hamburg.de

Veranstaltungsort:

TONALi SAAL, Kleiner Kielort 8

 

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Johannes Passion

3.4.2026 18:00 Uhr
Johannes-Passion mit SolistInnen, Chor St. Johannis Altona & Hamburg Stage Ensemble. Dirigat und Leitung: Mike Steurenthaler
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Ami Technu Vol II – „Lachen, um zu überleben“

4.4.2026 21:00 Uhr
Bei AMI TECHNU VOL II verschmelzen Lesung, Kabarett und Kammermusik zu einem Abend über das Lachen als Überlebenskunst – mit Texten von Mascha Kaléko, Ephraim Kishon und Kurt Tucholsky. Musik von Weill, Spoliansky, Holländer, Korngold und Mahler verbindet Berliner Kabarett, Exilkultur und Klassik.
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Bad Mouse Orchestra - Swing

10.4.2026 19:30 Uhr
Ab dem ersten Ton von Charlotte Pelgen (Ukulele/Gesang), Stefan Pößiger (Ukulele) und Peter Jung (Gitarre/Gesang) ist die Mischung aus swingendem Instrumentalsound und Gesang betörend und beschwört eine große Welt herauf. Eine Welt gespeist aus Swing Feeling und Nostalgie mit traumhaft schönen Evergreens von „Five Foot Two“, „12th Street Rag“, „Under the Moon“ bis hin zu „Lullaby of Birdland“ oder „Almost Like Being In Love“.
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Under the Same Stars

11.4.2026 20:00 Uhr
In der Reihe JazzAmen sind Shuteen Erdenebaatar (Piano, Komposition) und Nils Kugelmann (Kontra-Alto Klarinette, Bass, Komposition), beide mehrfach preisgekrönt, mit ihrem neuen Album "Under the Same Stars" bei uns zu Gast. Sie schöpfen hierin aus ihrer gemeinsamen Liebe zu Jazz, Klassik und Filmmusik und erschaffen eine poetische, mitreißende Klangreise, die die Seele berührt. „Einfach ein Traum… Musik voller detailreicher Schönheit!“ - BR Klassik